Himmlischer Besuch" auf der Sternwarte Eschenberg

Das Gästebuch der Sternwarte Eschenberg in Winterthur weist bis heute über 56'000 Eintragungen auf. Doch am vergangenen Dienstagabend machten mit Helen Gachnang und Susi Petit-Pierre zwei ganz besondere Gäste dem Observatorium im Winterthurer Stadtforst ihre Aufwartung. Nach den rüstigen Seniorinnen, die heute in den Achtzigern stehen, ist n&aml;mlich je ein Asteroid benannt: So trägt der Asteroid Nr. 1844 den Namen "Susilva" und der mit der darauf folgenden Nummer 1845 den Namen "Helewalda".

Susi und Helen aus Wald

Doch wie kamen die beiden Frauen zur sehr seltenen Ehre, gewissermassen als Namenspatroninnen für zwei Himmelskörper zu dienen? Paul Wild, der langjährige Direktor des Astronomischen Institutes der Uni Bern, hatte die immerhin je etwa 30 Kilometer grossen Sonnentrabanten am 30. Oktober 1972 auf der Sternwarte Zimmerwald entdeckt. Mit seinen Namensgebungen ehrt er die beiden früheren Schulkameradinnen Susi und Helen, die er während den Kriegsjahren am Gymasium im appenzellischen Trogen kennen und schätzen gelernt hatte. Und weil beide Mädchen aus der zürcherischen Gemeinde Wald kamen, kombinierte Wild deren Vornamen auf ebenso witzige wie einprägsame Weise mit diesem Ortsnamen.

Beobachtungen mit Computerhilfe

Der langjährige Leiter der Winterthurer Sternwarte, Markus Griesser, ist selber ein erfahrener Asteroidenbeobachter. Der Entdecker mehrerer eignerer Kleinplaneten freute sich am Dienstag sehr über seine Spezialgäste, hatte er doch die Asteroiden Susilva und Helewalda bereits 1998 erstmals fotografiert. So konnte Griesser den beiden Freundinnen am Computer den aktuellen Aufenthaltsort sowie die Bahn ihrer Asteroiden um die Sonne demonstrieren. Und natürlich ist es heute auch dank der modernen Technik sehr viel leichter als noch vor 30 Jahren, solche kosmischen Kleinkörper auch "live" am Nachthimmel aufzustöbern und präzis zu vermessen. Was damals noch Stunden dauerte und enorm aufwändige Apparaturen erforderte, ist heute für Spezialisten mit Computerhilfe eine Arbeit von einigen Sekunden.


Helen Gachnang (links) und Susi Petit-Pierre
bestaunen das 40cm-"Friedrich-Meier"-Teleskop
der Sternwarte Eschenberg. (agw)